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Ein kleiner See, der vor mehr als 100 Jahren einmal ein Hafenbecken werden sollte, hat sich in eine idyllische Natur-Oase verwandelt. In einem historischen Vereinsbad entstanden eine Bar, ein Restaurant, ein Ort für schöne Veranstaltungen. Wer sich an den Schwedlersee begibt, findet hier viel beruhigendes Grün, frische Luft und glitzerndes Wasser, leckeres Essen und erfrischende Getränke und verlässt schon nach wenigen Augenblicken die hektische Großstadt, um schließlich doch ganz in Frankfurt anzukommen.

Vor langer Zeit

Informationen zum Schwedlersee

Wer das Gelände des Schwedlersees betritt, begibt sich auf historisches Terrain. Seit 1921 ist das naturnahe Gewässer mit dem heute dicht bewachsenen Ufer das Sommerdomizil des Ersten Frankfurter Schwimmclubs von 1891, der zu den ältesten Schwimmsportvereinen Deutschlands zählt.

Noch bis weit in die 60er Jahre hinein trainierten hier die EFSC-Schwimmer und -Wasserballer und kraulten vom Frühling bis zum Herbst unter freiem Himmel. Damals gab es noch eine 50-Meter-Bahn und mehrere Badestege, und damals – das wissen heute viele gar nicht mehr – war der Schwedlersee auch noch annähernd dreimal so groß, hatte einen breiten Schilfgürtel und recht klares Wasser.

Doch irgendwann kam jemand auf die Idee, einen großen Teil dieser einzigartigen Idylle mitten im Stadtgebiet zuzuschütten und auf dem „Grab“ des alten Schwedlersees Lagerhallen zu errichten. Als wären Gewerbeflächen in Frankfurt Mangelware.

Wirtschaftliche Interesssen führten allerdings auch zur Entstehung des Sees, der nichts weiter ist als ein verhindertes Hafenbecken, gefüllt mit sauberem Grundwasser. Noch vor dem Ersten Weltkrieg buddelten die städtischen Hafenbetriebe hinter dem Nordbecken des Osthafens ein rechteckiges Loch, das die Verlängerung des Beckens bis zur Intzestraße bilden sollte. Doch daraus wurde nichts. Der Damm blieb stehen und das Ende der dicken Hafenmauer aus Basalt ragte in die längliche Grube, die sich mit Grundwasser füllte und zum Baggersee in der Stadt wurde.

Bis 1921 gelang es dann dem EFSC, den Hafenbetrieben das Gelände abzuhandeln. Und so zog der Schwimmclub von der Badeanstalt am Eisernen Steg, unter dem das Wasser mittlerweise schon etwas schmutziger floss, an den Schwedlersee. Das Wort Naherholungs- gebiet war damals noch nicht so gebräuchlich. Aber genau das wurde der Schwedlersee. Und insbesondere die jungen Zwischen- und Nachkriegsgenerationen, die Weihnachten und Silvester noch nicht auf Ko Samui verbrachten, erlebten hier, mitten im Industriegebiet hinter der Hanauer Landstraße, großartige, unbeschwerte Sommer.

Auch heute ist der Schwedlersee eine kleine Oase in der Stadt, familiärer Badesee des EFSC, ein Mini-Biotop, in dem sich zahlreiche Wasservögel und nahezu alle heimischen Fischarten tummeln, eine grüne Insel in der Großstadt, auf der es sich gut enspannen lässt.

Aufgrund seiner geringen Größe und der biologischen Empfindlichkeit kann das Naturbad Schwedlersee allerdings nie für eine breite Masse zugänglich sein. Sonst würde das Idyll wohl in kurzer Zeit zerstört werden.